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(Denk)mal gern auch unbequem

ST-TagdesoffenenDenkmals

Tag des offenen Denkmals in Meißen: Vierständerhallenhaus besichtigen

 

Am 8. September öffnen Denkmäler bundesweit ihre Türen für Interessierte. An der Freistraße 1 in Meißen können Besucher ein Gebäude erkunden, dass in besonderer Weise mit dem Motto des Aktionstag "Unbequeme Denkmale" in Verbindung steht. 

Mitte der neunziger Jahre galt das auf 1772 datierte Vierständhallenhaus als Schandfleck, stand kurz vor dem Abriss. Beschaulich im alten Dorfkern von Meißen gelegen, fand das zur Ruine verkommene Buernhaus wenig Anklang. 

"Das Gebäude passte nicht in die Modernisierungspläne für Meißen. Der Zwiespalt zwischen einem kurzen und schmerzlosen Abriss und der Sanierung der Ruine wurde aber gelöst", erinnert sich Jürgen Kube. Zunächst suchten er und seine Mitstreiter einen neuen Eigentümer für das ehmemalige Bauernhaus, das der typischen Bauweise norddeutsche Gehöfte entspricht. "Als wir keine neuen Besitzer finden konnten, entschlossen wir uns, das Haus selbst zu erwerben und zu sanieren", berichtet Jürgen Kube weiter. So machte er seinen Beruf auch zu einer liebsten Freizeitbeschäftigung: mit eigener Zimmerei und weitesgehend in Eigenregie sanierten Kube und seine Weggefährten das Gebäude. "Wir haben das Gehöft ausgebaut und hauptsächlich mit originären Werkstoffen wie Lehm gearbeitet", erklärt der Bauherr. Rund 13 Jahre dauerte es, bis das Haus in neuem Glanz erstrahlen konnte. Heute wird es als Wohn- und Betriebsgebäude genutzt. In der Deele befindet sich die Zimmerei: Brüggemann und Kube", andere Teile wurden zu Wohnraum umgebaut und sind heute vermietet. Die Zimmerei, das sanierte Obergeschoss sowie eine Einliegerwohnung, in der sich früher ein Pferdestall befand, sind am "Tag des offenen Denkmals" von 10 bis 18:00 Uhr für interessiertes Publikum geöffnet. Bei Bedarf bieten die Eigentümer Führungen an, bei denen sicherlich die ein oder andere spannende Anekdote erzählt wird. "Auch für uns wird es eine schöne Gelegenheit sein, dieses Haus einmal außerhalb des Arbeitsalltags zu entdecken und der Historie des Hauses nachzuspüren", freut sich Jürgen Kube. Auf dem rund 1100 Quadratmeter großen Grundstück, das mit einer Backsteinmauer eingefriedet ist, gibt es ebenfalls einen Naturgarten zu entdecken. "Hier blüht es an jeder Ecke, auch die Vögel fühlen sich hier richtig wohl", fügt der Zimmerer hinzu, dem es ebenso wie seinen Mietern ein Anliegen ist, das Gelände möglichst naturnah zu belassen. In der Deele des Vierständerhallenhaus wird ein Frühstücksbüffet aufgebaut, außerdem freuen sich Veranstalter auf einen stimmgewaltigen Gast: am kommenden Sonntag wird der Shantychor Porta Westfalica für musikalische Kurzweil sorgen, er wird zur Mittagszeit erwartet. "Wir wollen uns einfach gemeinsam mit unseren Gästen das Denkmal anschauen und uns über die gelungene Sanierung freuen", betont Jürgen Kube. (Text: Weserspucker / Minden)

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